Ist ein Kind ein Handicap?

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Ist ein Kind ein Handicap?

Beitragvon Admin » 6. Feb 2011, 10:44

Als ich diesen Artikel in meinen Mail´s fand, dachte ich erst es geht um eine Mutter mit einem Behinderten Kind. Doch als ich es lass, war ich doch etwas Schockiert. Aber lest das selbst, mir stellt sich da die Frage wo wir hinsteuern in unsere Gesellschaft.




Samstag, 05.02.2011Ein Kind als „Handicap“
Eine etwa vierzigjährige Frau in stilvollem Rock, schwarzem Mantel und hochhackigen Schuhen läuft auf der Straße vor mir. Sie wirkt, als käme sie gerade aus dem Büro. Tut sie wahrscheinlich auch: Sie kommt vom Bahnhof – mit zahlreichen weiteren Berufspendlern.

Sie läuft zügig, telefoniert und gestikuliert hektisch: Sie wirkt sichtbar gestreßt. Bislang habe ich sie nur von hinten gesehen, doch an der Fußgängerampel halte ich neben ihr und sehe, daß sie schwanger ist.

Während ich neben ihr stehe, sagt sie zu ihrem Gesprächspartner am Telefon: „Ab Februar bin ich ja schon im Mutterschaftsurlaub. Aber ich komme so bald es geht zurück. Allerdings muß ich dann erst sehen, wie ich das alles mit dem kleinen Handicap organisiere.“ Dann überquert sie zügig die Straße. Ich hinke hinterher, mit dem Kinderwagen in einer und einem Kind mit Laufrad an der anderen Hand.

Verkehrte Wertevorstellungen

Obwohl die schwangere Frau aus Spaß ihr Kind als „Handicap“ bezeichnete, hat sie damit – vermutlich unbewußt – ihre Prioritäten verraten: Zuerst kommt die Karriere, alles, was dem im Weg stehen könnte, ist ein eben Handicap, auch ein Kind.

Ein weiterer Hinweis dafür, welche Spuren die Emanzipation und die aktuelle Familienpolitik offenbar auch bei dieser Frau hinterlassen haben. Wie so viele heute glaubt auch diese werdende Mutter, daß sie nur dann glücklich werden kann, wenn nichts und niemand zwischen ihr und ihrer beruflichen „Verwirklichung“ steht.

Kommt aber ein Kind dazwischen, muß sie es schnellstmöglich wegorganisieren, um wieder glücklich sein zu können. Tut sie das nicht, läuft sie Gefahr, die größte Sünde der Emanzipation zu begehen, nämlich fremdbestimmt und fremdgesteuert zu sein.

Denn genau das und nichts anderes ist das Leben einer Mutter mit kleinen Kindern: Jede Minute wird von ihnen bestimmt. Wer nicht bereit ist, dies zu akzeptieren und sich darauf einzustellen – zumindest für einen bestimmten Zeitraum –, kann eigentlich nur unglücklich werden und aus dieser Unzufriedenheit in den Beruf fliehen.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de/Single-News ... 53e.0.html
Lg. Udo und Doreen
Es ist alles möglich, man muss es nur Versuchen.
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Re: Ist ein Kind ein Handicap?

Beitragvon Schirin » 6. Feb 2011, 12:29

Hmmmm, na über diesen Artikel könnte ich jetzt ein seitenlanges Statement schreiben.

Ich seh das jetzt auch nicht so negativ. Was bedeutet Handicap?

Handicap = Handlungsunfähigkeit, Beeinträchtigung, Nachteil ...

Und es ist wohl so, mit einem Kind, dazu noch mit einem Neugeborenen, Baby, Kleinkind ist man zunächst handlungsunfähig, beeinträchtigt, benachteiligt, was den Job angeht. Zumindest als alleinerziehende Single-Mama, die im Grunde aber auf die Arbeit angewiesen ist.
Und es ist auch so, dass man / frau ständig einem organisatorischen Spagat ausgesetzt ist, um alles unter einen Hut zu bekommen. Zumindest, wenn man nicht in die ARGE-Falle tappen möchte (wobei, so ganz nebenbei, auch dort wird von frischgebackenen Müttern eine ungeahnte Flexibilität erwartet).
Ganz klar ist auch: Bleibt frau 3 Jahre ihrer Position im Betrieb fern - auch wenn sie es darf - , dann ist ihr Stellung futsch. Da wird, wenn sie denn nach der Elternzeit auftaucht, jemand anders wunderbar eingearbeitet sein, und na ist doch verständlich, der oder die kann jetzt nicht plötzlich wieder verschwinden. So kommt die Mama auf einen anderen Posten. Oft genug auch auf die Abschuss-Rampe.
Welche andere Wahl hat man also, außer der Hartz-IV-Entscheidung? Zurück in den Job.
Jetzt meint jemand, nun der Vater ist ja verpflichtet, Unterhalt zu zahlen, auch der Mutter, für die Zeit, in der sie nicht arbeiten kann. Grundsätzlich ist das wohl so, aber was wären Grundsätze, wenn man nicht gegen sie verstoßen kann ...
welcher Vater zahlt schon freiwillig so eine Stange Geld, tja und in der Zwischenzeit - genau = Sozialhilfe, Hartz 4.

Obwohl die schwangere Frau aus Spaß ihr Kind als „Handicap“ bezeichnete, hat sie damit – vermutlich unbewußt – ihre Prioritäten verraten: Zuerst kommt die Karriere, alles, was dem im Weg stehen könnte, ist ein eben Handicap, auch ein Kind.

Welche Prioritäten hat sie da verraten, ihre Sorge um den Arbeitsplatz, um ihrer Doppelverpflichtung nachkommen zu können, eben das kommende Menschlein nicht nur mit viel Liebe sondern auch mit dem notwendigen Barunterhalt zu versorgen?

Darf eine Schwangere sich nicht schick anziehen, wie muss sie aussehen, um als glaubwürdige zukünftige liebevolle Mutter durchzugehen?

Und - mal Hand aufs Herz - wieviel Unterstützung erhält schon eine alleinerziehende Mutter?

Also, demnach finde ich diese Vorabverurteilung nicht sehr objektiv.
Schirin

Wenn man sich im Leben Momente des Glücks gönnt, wird man ein glücklicheres Leben leben
(Indisches Sprichwort)
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